So, ganz geschwinnt geht es weiter.
Hoffe es gefällt euch :D
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Apsley House
Voller Ungeduld klopfte sie mit den Fußspitzen gegen den Sargdeckel Sollten sie nicht schon längst angekommen sein? Sie konnte doch schon die typischen Hafengerüche ausmachen: Menschen, Schlick, frisch gefangenen Fisch und anderes Meeresgetier. Doch Alisa musste noch eine ganze Stunde warten, bis sie endlich von ihrer Qual erlöst, und ihr Sargdeckel geöffnet wurde.
Dankend ergriff sie Hindriks dargebotene Hand und lies sich aufhelfen. Sören und Tammo warteten bereits.
„Weshalb hat das den solange gedauert?“, fragte sie ein wenig erbost.
„Es gab anscheinend noch etwas wichtiges vorzubereiten. Außerdem haben sie, so voraussehend wie unsere Gastgeber nun mal sind, die Dracas vor uns abgeholt um ihnen erst gar keinen Grund zum Meckern zu geben“, gab Hindrik bereitwillig Auskunft.
„Was? Sie haben die Dracas vor uns abgeholt?“
„Ja haben sie!“, gab ihr Bruder ausnahmsweise mal Auskunft, dem das genauso wenig zu gefallen schien.
Alisa entfuhr ein Seufzer. Das war doch nicht zu fassen. Erst machte ihnen Gestern Hindrik einen Strich durch die Rechnung, und nun die Vyrad! Gönnte man ihr den keine Minute mit Leo alleine alleine? Anscheinend nicht. Sie seufzte noch einmal, folgte den anderen jedoch bereitwillig aus dem kleinen Schiff heraus.
Draußen angekommen erwarteten sie bereits zwei Fiaker und bei denen jeweils ein Servient der Vyrad standen um sie zum Haus ihrer Familie zu begleiten.
Die ganze Fahrt beachtete Alisa das prunkt volle London überhaupt nicht und hing ihren eigenen Gedanken nach. Sie bekam nur mit, dass ihr Ziel außerhalb der Stadt lag. Umso überraschter war sie als vor dem glanzvollem Sitz der Vyrad hielten
Es war eine Villa mit einem weitläufigen Garten, einer Plateauterrasse und kunstvollen Säulen, die dem Haus ein gewisses Flair verliehen. Natürlich konnte es nicht mit dem Palais der Dracas in Wien mithalten. Doch es war auf jeden Fall ein Blickfang.
Einer der Servienten, der sich als Jackson ausgewiesen hatte, führte sie ins Haus hinein und hies sie herzlich Willkommen. Ab der mit Marmor gefliesten Eingangshalle, wurden sie von einem Vyrad der Blutlinie in einen Salon geführt, in dem die anderen Erben schon auf sie warteten.
Alle waren da! Die Nosferas aus Rom, die Dracas aus Wien, die Pyras aus Paris, die Lycana aus Irland, selbstverständlich die Vyrad und sie selbst aus Hamburg. Nur einer fehlte.
Ivy-Maire de Lycana. Nachdem letztes Jahr heraus kam, dass Ivy eine Servientin war, hatte man sie der Akademie verwiesen. Sie selbst hatte um das Geheimnis ihrer besten Freundin gewusst, und noch bis zum letzten Moment gehofft sie wieder zu sehen.
Alisa reckte ein wenig den Hals, um im Raum nach Leo abzusuchen, doch sie konnte ihn nicht entdecken. Dafür ihren freund Luciano. Sie beeilte sich ihn zu begrüßen.
„Wie schön dich wieder zu sehen!“
Augenblicklich fiel ihr auf, dass noch jemand fehlte.
„Ist Clarissa gar nicht mitgekommen?“, fragte sie entsetzt.
Nachdem Luciano letztes Jahr Clarissa zu einem Vampir gewandelt hatte, versprach er ihr ewige liebe, und sie wusste, dass das sein Ernst gewesen war. Er hätte sie doch niemals zurückgelassen!
Obwohl Clarissa anfangs sauer auf ihn gewesen war, hatte sie ihm doch verziehen. Außerdem erwiderte sie seine Gefühle!
„Sie will nicht als Servientin unter die Augen der Anderen treten. Sie kommt aus einem edlen Haus. Es fällt ihr schwer, dass die anderen sie nicht wie ein geborenes Familienmitglied behandeln. Es tut mir so weh sie leiden zu sehen! Verstehst du das?“, fragte ihr freund ein wenig mitleidig.
Alisa nickte verständnisvoll. Sein Tonfall erinnerte sie an den früheren, pummeligen Luciano. Doch er hatte sich sehr gewandelt. Er hatte an Bauchumfang verloren und an Schönheit zugelegt. Nur das schwarze Haar war geblieben wie es war. Und obwohl er sich ich äußerlich so verändert hatte, war er doch immer noch der selbe Luciano.
„Ähm. Hast du zufällig Leo gesehen? Ich kann ihn nicht finden.“
Wieder lies Alisa ihre Augen durch den Raum wandern. Und nun reckte auch der Nosferas seinen Hals um den Dracas zu suchen.
„Ich auch nicht! Komisch das er uns nicht begrüßt! Ich werde ihn suchen gehen.“
Mit diesen Worten verschwand er und lies die leicht verdutzte Alisa alleine zurück.
Sie seufzte.
„Du suchst nicht zufällig mich?“, sagte eine ihr nur zu gut bekannte Stimme, näselnd hinter ihrem Rücken. Mit einem Strahlen in den Augen drehte sie sich um und sah direkt in seine dunklen Augen, die im Kerzenschein vor Freude wie Bernstein funkelten.
Wie immer war er atemberaubend schön, korrekt gekleidet und trug ein spöttisches Lächeln zur schau, das von seiner Freude zu einem liebevollem wechselte.
Für einen Augenblick fehlten ihr die Worte, doch dann fiel sie mit einem Glucksen um den Hals.
„ Leo!Wo warst du bloß? Ich hab mir Sorgen gemacht!“
Er zog sie fest an sich und flüsterte ihr ins Ohr: Entschuldige, aber ich konnte es einfach nicht lassen dich zu überraschen. Du hast keine Ahnung wie sehr ich dich den Sommer über vermisst habe!“
Widerwillig löste Alisa sich von ihm um ihm in seine wundervollen Augen zu blicken, bei denen ihr jedes Mal wieder das Atem stockte.
„Ich habe dich auch unglaublich vermisst.“
Eine Weile standen sie einfach nur so da und genossen ihre Zweisamkeit. Wer hätte gedacht, dass sich eine Vamalia und ein Dracas jemals ineinander verlieben könnten. Gerade bei ihnen! Bis zum letzten Jahr, hatten sich die beiden unentwegt gestritten und gezankt. Alisa selbst konnte es immer noch nicht richtig glauben. Doch es war so, und sie freute sich so sehr nur in seiner Nähe sein zu können. Sie konnte sich nicht erinnern jemals so glücklich gewesen zu sein.
„Da bist du also! Du hast Alisa schon gefunden. Schön dich wiederzusehen, Leo!“ Sie trennten sich nun völlig voneinander, damit Leo nun auch Luciano begrüßen konnte.
Ja, auch das hatte sich geändert, dachte sich Alisa. Am Anfang der Akademie haben sich die beiden abgrundtief gehasst, und nun waren sie Freunde. Leo war nun mal völlig anders als die übrigen
Dracas. In allem.
Doch auch Luciano und Alisa waren in den Jahren reifer geworden. Immerhin waren sie alle drei jetzt schon siebzehn!
Schwermütig dachte Alisa wieder an Ivy. Sie war eine Servientin und schon über einhundert Jahre alt. Wie es wohl werden würde ohne ihr wunderbares Lächeln und ihrer ruhe, mit der sie jede Unstimmigkeit der Freunde bisher untergraben hatte.
Sie hatte jedoch keine Chance mehr weiter über Ivy nachzugrübeln, denn nun erhob sich der Clanführer der Vyrad, Lord Milton, um sie alle zu begrüßen. Schnell wandte sie sich der Mitte des Raumes zu, in dem er nun stehen geblieben war, und fing dabei einen Seitenblick von Leo auf. Sie wusste dass sie sich später darüber unterhalten würden doch nun erhob Lord milton die Stimme.
*
„Das könnt ihr mir nicht antun!“, rief Ivy wütend aus.
Beruhigend hob Donchad die Hände. „Beruhige dich erst einmal! Wir wollen dich doch nicht quälen, es ist doch nur zu deiner Sicherheit! Hier in Irland können wir dich beschützen, in England sind wir machtlos. Den Vyrad kann man nicht trauen, was ist wenn sie dich nicht vor Dracula bewahren können? Du musst jetzt an die anderen denken, nicht an dich! Gerade deine Freunde bringst du in Gefahr, wenn du dieses Jahr fährst, willst du das?“
Ivy presste die Lippen aufeinander. Natürlich wollte sie ihre Freunde nicht in Gefahr bringen, keinen von ihnen! Doch wie sollte sie in Irland bleiben, wenn doch eben diese Vampire, die ihr so viel bedeuteten, auf sie in London warteten?
„Ihr wisst Donchad, als Familienmitglied der Lycana, schätze ich eure Meinung sehr, doch ich kann nicht hier bleiben! Eben wegen meiner Freundschaft zu Alisa, Luciano und Leo muss ich fahren! Und nur wegen der kleinen Fehde unserer Clans, bedeutet es nicht, dass die Vyrad nicht in der Lage währen sich gegen Dracula zu verteidigen. Bitte schenkt ihnen ein wenig Vertrauen, dass könnte uns Vorteile bringen! Der Streit bringt uns doch nichts!“, warf Ivy ein.
Voller Wehmut musste sie an Mervyn, den einzigen wahren Erben der Lycana denken. Er hatte sein Herz an Rowena, eine Erbin der Vyrad verloren.Gerade die beiden mussten unter dem Ganzen leiden.
Als der Clanführer zu einer Antwort ansetzte wandte sie ihm wieder ihre Aufmerksamkeit zu.
„Nun gut. Wenn du es so sehr wünschst, werde ich dich gehen lassen. Unter einer Bedingung! Du wirst zwei weitere Servienten zu deinem Schutz mitnehmen. Und nun packe alles zusammen was du brauchst, ihr werdet morgen, bei Sonnenuntergang losfahren!“
Sie strahlte und lief sofort in ihr steinernes Gemach, im inneren der Burg die als Wohnort der Lycana galt. Ein Wolf mit silbernen Fell folgte ihr.
„Seymour, was bin ich froh das wir doch noch fahren dürfen!“, sagte sie anscheinend zu dem Wolf, da sonst niemand anwesend war.
„Ja, eine halbe Woche nach den anderen!“, erklang eine wütende Stimme in ihrem Kopf.
„Nehme es ihm doch nicht so übel, Bruderherz. Er sorgt sich doch nur um uns.“
Der Wolf stieß ein Knurren aus, beließ es jedoch dabei.
Ivy brauchte nicht viel zu packen, sie brauchte nicht viel Luxus.
Als sie gerade ein kleines Bündel mit einer Schleife in ihre Kiste verstaute, fiel ihr Blick auf einen kleinen Ring an ihrem Finger. Er hatte die Form einer Echse dessen Augen aus Smaragden bestanden. Er stammte von Dracula. Sie hatte ihn im ersten Akademiejahr in Rom gefunden und an sich genommen. Wie gern hätte sie ihn einfach gepackt und ins Meer geworfen, doch seine Magie war zu stark. Sie konnte nicht.
„Warum nur Schwesterherz, bringst du dich so in Gefahr? Denkst du denn gar nicht mehr an dich? Sind deine Sinne den so vernebelt?“, erklang nun wieder die Stimme in ihrem Kopf.
Das Seymour dabei an Franz Leopold dachte war ihr klar. Es stimmt, sie hatte ihr Herz trotz all ihrer Erfahrung an ihn verloren. Und obwohl er ihr in Irland so viele Gefühle entgegen gebracht hatte, hatte er eine andere gewählt.
Sie wusste das Alisa die bessere Wahl war und sie freute sich herzlich für ihre Freundin, doch ein gewisser Schmerz blieb.
Schnell packte sie ihre restlichen Sachen zusammen und verstaute sie ordentlich, dann ging sie noch schnell heraus um allen lebe wohl zu sagen. Sie würde sie alle lange nicht mehr sehen.
Brav, wenn auch etwas mürrisch, folgte der Wolf dem silberhaarigen Mädchen hinaus.
*
„Willkommen meine vampirischen Freunde von den Vamaliern, den Nosferas, den Dracas, den Pyras und Lycanern.“ Der große, blonde Vampir lies seine blauen Augen über die Erben schweifen und wirkte dabei ein wenig wie gezähmter Wolf. Friedlich, aber jederzeit dazu bereit wenn nötig, anzugreifen. „Im Namen aller Vyrad wünsche ich euch hier einen schönen Aufenthalt.“
Obwohl Alisa versuchte ihre Aufmerksamkeit auf den Clanführer zu richten, wurde ihr Blick von einem ebenso großen und blonden Vampir angezogen, der etwas abseits von Lord Milton stand. Malcom. Das Blau seines Fracks stand ihm gut, und betonte seine männliche Figur. Obwohl er sie anlächelte, schaute Alisa schnell weg. Die Errinerungen die sie mit ihm verband, waren nichts woran sie gerne dachte. Das Jahr in Paris hatte sie sehr verwirrt, und ja, auch verletzt. Sie wusste, dass ein Blick in seine blauen Augen genügen würde um alle Gefühle in ihr wieder aufzuwühlen.
Sie spürte einen Händedruck, und sah auf in die besorgten Augen Leos. Ihr fiel nun auf, dass er den Sommer über noch ein wenig gewachsen war, und nun größer war als sie. Natürlich, waren ihm ihre Gedanken nicht verborgen geblieben. Er war ein Meister des Gedankenlesens, was sollte sie da erwarten?Selbst nach dem Jahr in Wien konnte sie sich nicht mit ihm messen. Was sie eigentlich auch gar nicht brauchte.
Und dann tat er etwas, was er noch nicht zuvor gewagt hatte. Er küsste sie vor allen anwesenden Vampiren und brachte ihre Liebe damit an die Öffentlichkeit. Jedoch achtete niemand weiteres auf sie. Selbst Matthias und Hindrik waren anders beschäftigt und auch Malcom schaute versonnen vor sich hin und schien überhaupt nicht anwesend zu sein. Wieder einmal fragte sie sich, ob Leo es schaffte eine Art geistigen Schutzschild um sie herum aufzubauen, wodurch die anderen nichts Auffälliges bemerkten.
Doch all das kümmerte sie nun wenig. Es war ein sehr zarter Kuss gewesen. Kaum spürbarer als der Flügel eines Schmetterlings und trotzdem hatte er ausgereicht, um in ihr ein prickelndes Glücksgefühl auszulösen. Als sie ihm wieder in die Augen sah, konnte sie erkennen, dass es ihm genauso erging. Mit einem schelmischen lächeln legte er einen Finger auf die Lippen, und gab ihr zu verstehen, dass es wohl besser wäre, wieder ihre Aufmerksamkeit auf den Clanführer zu richten.
„Der Unterricht beginnt Morgen um Mitternacht. Jetzt werden euch ein paar unserer Servienten euch eure Unterkünfte zeigen. Danach werdet ihr in zwei Gruppen durch das Haus und den Garten geführt, wobei ihr viel über das Haus und seine Geschichte lernen werdet. Die Gruppen werden gebildet wie folgt: Alle Pyras, Lycaner und Dracas bilden die eine Gruppe, die Nosferas und die Vamalier die andere. Damit wären die Gruppen gleichgroß. Eine erholsame Nacht wünsche ich!“
Auf Alisas Gesicht breitete sich Entsetzten aus. Nicht schon wieder!
Über so viel Übermut musste Franz Leopold lachen, jedoch sah auch er nicht glücklich aus und Marie Luise und Karl Philipp protestierten gar: „Sie könne uns doch nicht einfach mit diesen ungehobelten, dreckigen Pyras zusammenstecken! Und dann noch dieser Lycaner!“
Alisa wollte schon etwas sagen, doch Lord Milton kam ihr zuvor: „Oh doch, ich kann. Außerdem schadet ein wenig gesunder Verstand euch nicht.“ Schnell wandte er sich von den beiden ab, bevor sie ihr furchtbares Gemeckere über ihm ergossen.
Als Alisa sich gerade an Leo und Luciano wenden wollte, als eine Servientin, die sich als Catherine vorstellte, und sie aufforderte ihr zu ihren Gemächern zu folgen. Sie konnte den beiden nur noch zum Abschied winken, dann machte sie es Joanne und Chiara gleich und folgte der hochgewachsenen Servientin.
Die Gänge der Villa waren breit und hatten verschnörkelte, blasse Muster auf der Seidentapete. Erleuchtet wurden sie durch Kerzen, die in einem Abstand von zwei Metern Abstand zu einander, in Kerzenständern an der Wand hingen. Hier und dort hing auch ein Bild eines Altehrwürdigen, wie Alisa vermutete.
Ihr Zimmer, dass sie sich mit den beiden Anderen teilte, lag im Ostflügel. Auch hier bei den Vyrad schliefen die Vampire anscheinend in Betten anstatt Särgen. Jedenfalls standen vier Himmelbetten in dem Bett.
„Ihr habt nun eine Stunde zeit um euch einzurichten. Danach treffen sich alle Erben zur anschließenden Führungen in der Bibliothek. Diese befindet sich hier, rechts den Gang herunter. Ihr erkennt sie an den Flügeltüren. Eine angenehme Nacht wünsche ich.“
Bei dem Wort Bibliothek leuchteten Alisas Augen auf. Die Aussicht aus ein Jahr voller literarischer Freude lies sie die Unglücke der letzten Stunden fast vergessen.
Doch die Zeit die ihnen gegeben war, nutzte sie um mit ihren Zimmergenossinnen die Erlebnisse des letzten Sommers auszutauschen. Alisa freute es zu hören, was es alles neues von den anderen Clans gab. Gerade die Errungenschaften der fremden Länder waren immer wieder wert gehört zu werden. Eventuell wussten die beiden etwas über die neuen Erfindungen der Menschen. Dafür hatte sich Alisa seit jeher interessiert, da sie fand, die Menschen seien viel fortschrittlicher als die Vampire. Doch selbst Joanne wusste nichts darüber zu berichten, obwohl Alisa in Paris selbst gesehen hatte wie weit die Menschen mit der Fotographie waren.
Schon bald lachten die Mädchen alle und wurden nur zu ungern unterbrochen, als Hindrik sie daran errinerte, dass sie nun zur Führung aufbrechen mussten.
Alisa beeilte sich, um ja noch einen Blick in die Bibliothek und ihre Bücher werfen zu können, bevor die Führung begann.
*
Mit unsicherem Blick betrachtete er das Stück Papier vor sich. Fast unheilvoll sah es im Schein der Gaslampen aus. Im war klar, dass es dringend sein musste, sonst hätte sie ihm diesen Brief nicht geschrieben. Doch er fürchtete sich vor dem, was das für ihn bedeuten könnte. Seufzend setzte sich Malcom auf den Stuhl und nahm mit einem nervösen Zittern den Briefumschlag in die Hand.
Das erste was ihm auffiel, war, dass Latona eine wirklich schöne Schrift hatte, auch wenn sie ein wenig unordentlich aussah und an manchen stellen verwischt. Als ob sie in großer Hast geschrieben hätte. Langsam, um ja nichts zu übersehen, fing er an zu lesen:
Malcom,
ich weiß, dass du mir ausdrückstlich verboten hast, dass ich dir Briefe schreibe oder dich besuche, aber bitte sehe es nicht als Vertrauensbruch, denn es ist dringend.
Mr. Stoker und seine Frau haben beschlossen mich auf ein Internat in Cornwall zu schicken, das sie nicht wüssten wie sie mit mir umgehen sollen und da ja Mr. Stoker so selten zu Hause wäre, wäre eine anständige Erziehung nicht möglich. Oh Malcom, ich möchte nicht! Ich will dich nicht verlieren! Nicht nachdem wir uns erst vor sooo kurzer Zeit wieder gefunden haben!
Doch ich kann nichts dagegen unternehmen. Die Entscheidung ist gefällt, daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Ich weiß, dass du nicht ohne weiteres verschwinden kannst, doch ich bitte dich, dass du mir noch die Chance gibst mich von dir zu verabschieden. Bitte komm Morgen um zwei Uhr Morgens zum Albert Memorial. Eine Stunde später geht mein Zug.
Malcom ich bitte dich. Es ist das letzte Mal, dass wir uns vor dem Winter sehen. Unsere letzte Chance.
In aller Liebe,
Latona
Wie in Trance starrte er auf das Blatt. Sie würde gehen. Sie würde ihn verlassen. Eine letzte Chance.
Seine Brust krampfte sich schmerzhaft zusammen. Seine Augenwinkel fingen an zu brennen. Fühlte sich so weinen an? In Büchern hatte er gelesen, dass weinen befreien könnte. Aber was machte er sich vor? Vampire konnten nicht weinen. er war keine Ausnahme.
Vor dem Winter würden sie sich nicht mehr sehen. Ein letztes Treffen. Wollte er das überhaupt?
Würde es nicht einfacher seien sich im Stillen von ihr zu verabschieden und sie ziehen zu lassen, anstatt sie noch einmal zu sehen, sie in seine Arme zuschließen, um sie sich dann wieder entreißen zu lassen?
Nein! Er würde nicht kommen! Diesen Schmerz würde er sich nicht antun!
Entschlossen nahm er den Brief und zerriss ihn in aller Wut und Trauer. Angespannt lief er zu dem kleinen tisch neben seinem Bett und nahm den Kelch voller Blut, der darauf stand. Er setzte ihn an die Lippen, doch auf einmal zerplatzte er. Er hatte ihn vor lauter Schmerz durch die Kräfte seines Vampirdaseins zerstört. Völlig verstört sah er auf seine Hand herab, auf der sich das seinige Blut, und das eines unschuldigen Menschens vermischte.
Der Schmerz in seiner Brust verschlimmerte sich und er konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken. Wie hatte er nur einem Mädchen ohne weitere Reize als seinem süßen Blut nachgeben können? Er wusste ihre Liebe war echt, doch war es seine auch gewesen? Hatte er nicht eigentlich nur immer die eine begehrt? Die eine die er nun völlig verloren hatte. Durch ein dummes menschenmädchen!
Wütend schlug er auf den Tisch. Eine weitere Wunde platzte auf und bespritzte den Boden mit Blut.
„bei allen Dämonen der Nacht!“, hörte eine helle, melodische Stimme vom Nebenraum aus rufen. Malcom fuhr herauf. Das war doch nicht etwa?
Lautlos schlich er zur Tür und öffnete sie einen Spalt, um die Szene dahinter beobachten zu können. Wahrlich, da stand sie. Wunderschön wie immer. Leuchtend wie ein Engel. Abermals krampfte sich seine Brust zusammen, dieses Mal aber vor Freude. Wie lange er sie nicht mehr gesehen hatte. Der drang sie in seine Arme zu nehmen, nur um noch einmal ihren Geruch einatmen zu können, wurde auf einmal so stark, dass er nur noch ein letztes mal tief durchatmen konnte, bevor er die Tür aufstoß und in den hellerleuchteten Raum betrat.
„Das ist ja unglaublich!“, rief sie voller Begeisterung in den riesigen Raum hinein.
Sie drehte sich mehrmals um ihre eigene Achse, um auch ja alles erfassen zu können. Die meterhohen, bis zum Rand gefüllten Bücherregale, die kunstvoll geschnitzten Treppen, die mehrere Stockwerke nach oben führten, den großen Kronleuchter an der Decke, der alles in goldenes Licht hüllte und zwei Panoramafenster, die einen wunderbaren Blick auf einen riesigen Rosengarten freigaben.
Alisa konnte es nicht fassen. Das so eine schöne Bibliothek existierte, hätte sie nie gedacht.
Noch einmal betrachtete sie mit einem gerade zu kindlichen Staunen den großzügigen Raum.
„Ja, es ist wirklich beeindruckend“, gab Chiara zu, die gerade den Raum betreten hatte. Sie sah zwar recht interresiert aus, brachte aber nicht so viel Begeisterung wie Alisa auf. Joanne dagegen, blickte desinteressiert im Raum herum und würdigte die Bücher keines Blickes. Die große Standuhr, die zwischen zwei Regalen stand schien eher ihrem Interrese zu entsprechen.
Alisa wunderte das kaum. In den unterirdischen Labyrinth der Pyras in Paris waren Bücher ein Fremdwort. Sie konnte nicht sagen, wie die Pariser Erben das Lesen gelernt hatten.
Gedankenversunken schlenderte sie an den Rhein der Bücher entlang, bis ihre Aufmerksamkeit von einem kleinen, vergilbten Band erregt wurde. Sie trat näher und nahm den braunen Band in die Hand.
Sie brauchte einen Augenblick die Schrift zu entziffern, doch dann erkannte sie, dass es ein Gedichtband war.
„Bei allen Dämonen der Nacht!“ Das war nicht irgendein Gedichtband. Das war der erste Gedichtband von Lord Byron! Natürlich. Alisa hatte schon davon gehört, dass er ein Mitglied des englischen Vampirclans sein sollte. Da war es selbstverständlich, dass sie diese Ausgabe seiner Bücher hatten.
Sanft blätterte sie durch die Seiten und vergaß dabei ihre Aufmerksamkeit auf ihre Umgebung zu richten, wodurch sie nicht einmal die leicht geöffnete Tür, ein paar Meter von ihr entfernt, bemerkte.
„Als wir zwei schieden
still weinend und bang“, schaffte Alisa zu übersetzten.
„Zerstört Herzens Frieden,
zu meiden uns so lang“
Erst zu spät bemerkte sie die Person die an sie heran getreten war. Als sie angesprochen wurde, fuhr sie erschrocken herum und lies das Buch fallen.
„Alisa. Was für eine Freude dich wieder zu sehen. Wie hatten je vorhin leider keine Möglichkeit uns zu begrüßen.“
Alisa erstarrte und ihr Oberkörper zog sich zusammen, als sie erkannte wer der Vampir war. Malcom.
In einer unglaublichen Geschwindigkeit rasten ihr die Bilder der letzten Jahre durch den Kopf. Ihre Vertrautheit in Irland. jedoch auch sein Verrat in Paris.
Sie verspürte einen schmerzhaften Stich in der Brust. Was wollte er von ihr? Hatte er etwa Schuldgefühle? Oder war sie für ihn immer nur eine gute Freundin gewesen, die er nun wieder sah? Hatte er nie etwas für sie empfunden?
„Es freut mich auch dich wieder zu sehen“, brachte sie hervor. In ihren Ohren klang ihre Stimme viel zu hoch.
Sie suchte angestrengt nach einem Punkt den sie ansehen konnte ohne seinem Blick zu begegnen. Doch Malcom durchkreuzte ihre Pläne, indem er noch einen Schritt näher trat und ihr Kinn sanft aber bestimmt nach oben drückte, was sie dazu brachte in seine Augen zu sehen. Obwohl es Alisa mehr als alles andere widerstrebte, lies sie ihn gewähren.
Wie damals in Irland schoss es ihr durch den Kopf.
Selbst nachdem er nun erwachsen geworden war und ein vollwertiges Mitglied des Clans war, hatten sich seine Augen kein bisschen verändert. Das gleiche dunkle Blau, das wie ein tiefer Ozean schien.
Ihre Nackenhärchen stellten sich auf und ihr kroch ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.
„Wirklich? Du weißt gar nicht wie sehr mich das erfreut“, sagte Malcom mit seinem schiefen Lächeln das ihr schon damals die Knie weich gemacht hatte.
Wie konnte er nur so eine Wirkung auf sie haben? Und sein Geruch! So, süß.
Alisa stockte. Süß? Sie konzentrierte sich nun auf den Geruch. Ihr Blick wanderte zu Malcoms anderer Hand.
„Malcom! Deine Hand, sie blutet!“, rief sie mit weit aufgerissenen Augen und griff erschrocken nach seiner Hand. So viel Blut. Die Wunden bluteten immer noch sehr stark, obwohl schon das meiste verheilt war. Es interessierte sie kein bisschen, dass ihr das Blut schon über die Handgelenke lief.
„Wie ist das bloß passiert?“
„Alisa. Mach dir keine Sorgen. Das ist nicht weiter schlimm. mir geht es gut“, sagte er mit einer so ruhigen Stimme, als hätte man ihm gerade nur ausversehen ein Glas Wein übergeschüttet.
Wie konnte ihn das bloß so kalt lassen, er war es doch der blutete!
Sie wollte schon zu einer Antwort ansetzten als Malcom weitersprach: „Vielleicht solltest du lieber deine Hände säubern. ich denke das ist im Moment wichtiger.“
Mit diesen Worten reichte er ihr ein blütenweißes Taschentuch.
Wie bitte? Das konnte doch nicht sein Ernst sein! trotzdem nahm sie das Taschentuch dankend an.
„Ich werde mich nun zurück ziehen meine Liebe. Und ich denke auch du solltest nun zurück kehren. Du willst doch nicht etwa die Führung verpassen?“, meinte Malcom mit einer eleganten Verbeugung. Er nahm Alisas nun wieder völlig blutfreie Hand und hauchte einen Kuss darauf. Aprubt drehte er sich herum und ging.
Alisa konnte ihm nur noch verwirrt hinterher starren.
Alles was ich an Gedichten,Geschihten und Fanfiktions schreibe könnt ihr hier nachlesen. Ich hoffe es gefällt euch und ihr habt Spaß! :D
Dienstag, 23. August 2011
Sonntag, 21. August 2011
Die Erben der Nacht- Vyrad 1.Kapitel Schiffahrtsbegegnungen
Hier ist das ertse Kapitel meiner Fanfiction "Vyrad" zu den büchern von Ulrike Schweikert. Ich liebe diese Bücher einfach und irgendwie macht es mir sau viel Spaß an dieser fanfiction zu schreiben. ich hoffe ihr habt genau so viel Spaß am lesen :D
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Kritisch zupfte er an dem Tweedanzug, und versuchte das Hemd in irgend einer Weise besser sitzen zu lassen. Er blickte an sich herab und begutachtete mit hochgezogener Augenbraue seine Aufmachung, die er gar nicht mal so schlecht fand. Malcom seufzte schwermütig. Es fand es wirklich sehr unpraktisch, dass Vampire ihr Antlitz nicht wie die Menschen in einem Spiegel begutachten konnten. Er konnte wirklich nicht sagen wie er aussah und dass wo doch heute die Erben der anderen Clans kamen! Na dann, muss ich mir eben anders helfen, dachte er sich und lief aus dem barock eingerichteten Zimmer mit dem Himmelbett und dem Flügel um den Servienten Vincent zu suchen.
Malcom fand ihn in seiner Kammer, die er sich mit einem weiteren Unreinen teilte, mit einem seiner Gruselbücher aus seiner Sammlung die ganze drei Särge füllte!
Als er den Raum betrat, sah der kleine Vampir mit den kindlichen Zügen auf und sah Malcom fragend an.
„Vincent, da bist du ja! Du musst mir helfen! Wie sehe ich aus?“, fragte Malcom, dessen versucht ruhiger Ton misslang.
„Wie du aussiehst? Ziemlich gut, man könnte sagen adrett. Aber wieso? Seit wann ist dir dein Aussehen so wichtig?“
„Na ja, die anderen Erben kommen doch heute. Da will ich einen guten Eindruck machen. Sonst nichts.“
„Ach ja?“, fragte Vincent misstrauisch. Im Gegensatz zu Malcom, veränderte Vincent sich nicht, sondern blieb genauso, wie an dem Tag an dem er von einem Vampir der reinen Blutlinie verwandelt worden war. Doch seine Kräfte wuchsen mit jedem Jahr, weshalb Malcom sich nicht von seinem kindlichen Aussehen täuschen lies und den nötigen Respekt vor ihm hatte.
„Ach übrigens, es ist ein Brief für dich abgegeben worden, von einer gewissen Miss Latona“, erwähnte Vincent mit einem lauernden Unterton.
Malcom erschrak, doch lies sich nichts anmerken. Es würde ihm nur Probleme bereiten, wenn der Servient von seiner menschlichen Geliebten erfahren würde. Als so sprach er so unbekümmert weiter wie möglich: „Ist es etwa eine Balleinladung?“
„Ich weiß es nicht, mach ihn doch auf“
Das konnte er natürlich nicht machen! Malcom grübelte kurz, dann sagte er schlichtweg: „Ach das ist jetzt sehr ungünstig. Leg ihn mir doch auf meinen Schreibtisch, ich mache ihn später auf.“
mit diesen Worten drehte er sich um und lief in Richtung Entfangshalle, während er versuchte Vincents Blick in seinem Rücken zu ignorieren.
Die Sonne verschwand hinter dem Horizont und färbte den Ozean in dunkles Blau. Gerade wurden die letzten Kisten mit Ladung auf die kleine Barke mit den drei Masten verladen, dann schlossen die jungen Matrosen die Laderäume mit der Fracht, die dafür sorgte, dass sie ihre Familien ernähren konnten.Der Kapitän überwachte alles mit gekonnten Blick und zog sich dann in seine Kabine zurück, um sich noch ein wenig auszuruhen.
Die Ebbe setzte ein und langsam fuhr das kleine Schiff aus Hamburgs Hafen aufs offene Meer hinaus.
Franz Leopold quälte der Hunger. Sie waren nun schon drei Nächte unterwegs ohne Bewegung und ohne einen Tropfen Blut. Er erinnerte sich an Rom. Ja, dass waren die selben Qualen gewesen. Unruhig, wälzte er sich in seiner Transportkiste hin und her.
Nein, dachte er wütend. Das würde er keine weitere Minute aushalten!
Mit einem kräftigen Stoß, zog er den Deckel mitsamt den Nägeln aus dem Holz und legte ihn so leise wie möglich neben sich. Es war ihm egal was Matthias dazu sagen würde. Wenn er glaubte er lasse sich die ganze Reise über einsperren, dann war es seien Schuld!
Seine Augen glommen leicht rot, und mit einer katzenhaften Eleganz schlich er sich aus dem Frachtraum, im inneren des Schiffes, auf das Oberdeck.
Erleichtert sog er die Luft tief ein. Endlich konnte er sich wieder bewegen! Doch der Hunger war immer noch da. Zuerst dachte er an die Matrosen, die auf dem Schiff auch zu dieser Stunde arbeiten mussten, doch dann belehrte er sich eines besseren.Es war jungen Vampiren verboten Menschenblut zu trinken, da sie sich im Rausch des Blutes verlieren würden und sich damit selbst ins Verderben stürzen würden. Das hatte er selbst leider schmerzlich erfahren müssen.
Doch zum Glück wusste er sich zu helfen.
Suchend streckte er seinen Geist aus und fand sogleich einen Seevogel. Nicht viel, dachte er sich, doch es würde reichen. Franz Leopold streckte seinen Arm aus und lies das Tier darauf landen. Gierig versenkte er seine Zähne in der Haut des Vogels. Kurz bevor der letzte Herzschlag verklang löste Franz Leopold sich und warf das tote Wesen achtlos über die Reling.
Nun konnte er auch wieder einen klaren Gedanken fassen.
War es möglich?
Ein wohliges Schauern durchfuhr ihn als er daran dachte, die Vampirin auf diesem Schiff wiederzusehen.
Doch wo könnte sie sich aufhalten? Ob sie überhaupt die Möglichkeit hatte, ihre Kiste zu verlassen?
Dann würde er eben zu ihr kommen!
Franz Leopold wusste, dass die Dracas sich den Lagerraum mit niemand anderem geteilt hatten. Also mussten die Vamalia in einem anderen liegen. Doch wo war dieser?
Er spürte den Matrosen noch bevor er ihn roch. Ohne groß zu überlegen drang Franz Leopold in seine Gedanken ein, lies jedes Unwohlsein und das Gefühl von Angst in dem Mann erlöschen. Wie Einfältig er doch war! Na ja, das würde sein Anliegen jedoch vereinfachen.
So kurz wie möglich lies er sich den Weg zum zweiten Lagerraum des Schiffes erklären, lief los, und lies den verwirrten Mann ohne jegliche Erinnerung an den ungewöhnlichen Vorfall zurück.
Die Gänge durch die Franz Leopold ging, waren dunkel und staubig, doch Franz Leopold störte das nicht. Vampire, brauchten weder Licht noch Luft. Sie atmeten nur aus Gewohnheit.
Schnell hatte er die Tür die zum Lagerraum führte erreicht, doch er zögerte.
Was würde passieren, wenn die anderen Vamalia ihn bemerken würden?
Vor Tammo und Sören fürchtete er sich nicht. Alisas kleiner Bruder war war zu dieser Zeit einfach noch zu unaufmerksam und Sören träumte wahrscheinlich wieder von Chiara. Doch der unreine Hindrik, der die Vamalia begleitete, war nicht so leicht an der Nase herumzuführen. Doch da musste er wagen!
Vorsichtig öffnete er die Tür, und schlich sich langsam, darauf bedacht kein verräterisches Geräusch von sich zu geben, zu dem letzten Sarg am Ende des Raumes, bei dem er ihre Aura spüren konnte.
Mit angehaltenem Atem, legte er seine Hand auf das Holz und streckte seinen Geist nach ihr aus.
Kaum war er in ihre Gedankengänge eingedrungen, wurde auch schon wieder rüde herausgeworfen.
„Wie oft muss ich dir noch sagen, dass ich es nicht schätze wenn man in meinen Geist eindringt?“, schalte eine vorwurfsvolle Stimme in seinem Kopf.
Franz Leopold konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Sie hatte über den Sommer viel gelernt.
„Verzeihen sie mein Verhalten Teuerste, es stand nicht in meiner Absicht sie zu kränken. Ich bitte viel Mals um Verzeihung“, erwiderte er in dem spöttischen Tonfall, der allen Dracas zu eigen war.
Ein leise Lachen durchdrang das Holz ihrer Transportkiste und Franz Leopold lachte in gemäßigter Lautstärke mit.
Diese Mal lies sie es zu, dass sich ihre Geister miteinander verbanden.
„Was für ein Zufall, dass wir uns hier begegnen! War dein Sommer so langweilig, dass du so schnell zu mir gekommen bist? Ich kenne deine Familie zwar, aber dass es so schlimm war, kann ich mir kaum vorstellen!“sagte Alisa.
„Natürlich freue ich mich auch dich wieder zu sehen“, erwiderte Franz Leopold in besserwisserischem Ton und fügte ernst hinzu, „ aber eigentlich, hatte ich nur Hunger.
Er konnte gerade zu sehen wie sie die Augenbrauen zusammen zog. Sie wusste, dass er trotz des Verbots schon Menschenblut gekostet hatte. Letztes Jahr erst hatte sie erfahren müssen, dass er dem Verlangen wieder nachgegeben hatte, weil er eifersüchtig auf seinen Freund gewesen war. Das sie die Befürchtung hegte, er hätte sich wieder nicht beherrschen können, war selbstverständlich. Es stimmte, für ihn war das Verlangen viel schwerer zu unterdrücken als für die anderen Erben, die noch kein Menschenblut getrunken hatten, doch er hatte leider schon Erfahrung gesammelt. Also beruhigte er sie schnell: „Keine Sorge ich habe mich an einen Seevogel gehalten. Die Menschen auf diesem Schiff sind noch völlig unversehrt!“
„Gut!“
Es erklang ein Räuspern hinter Franz Leopold und er erstarrte.
„Entschuldige doch viel Mals, aber sie befinden sich im falschen Frachtraum, mein Herr“, sagte der deutsche Servient, der ihn mit hochgezogener Augenbraue betrachtete, mit einem Ton, der nicht auf seine Gemüt schließen lies.
Aus der Kiste erklang ein Stöhnen.
Langsam erhob sich Franz Leopold und ging vorsichtshalber einen Schritt von der Kiste weg, bevor Hindrik mit seiner Standpauke begann:
„Ich verstehe ja, dass ihr gute Freunde seid und dass ihr euch freut euch wieder zu sehen und dass ihr reden wollt, über all eure tollen Erlebnisse im Sommer, aber ihr seit zu eurer Sicherheit in den Kisten! Was glaubt ihr wenn die Menschen auf einmal mitbekommen, dass sie Vampire an Bord haben? Wie kann man in eurem Alter nur so unvernünftig sein? Ich meine ist es euch etwa egal ob ihr lebt oder für immer vernichtet seit? Grade dich, Franz Leopold habe ich für so vernünftig gehalten, dass du den Unterschied von Spaß und Ernst kennst! Wisst ihr eigentlich was ihr uns immer für Probleme.......
„Hindrik! Nur weil es diesen Sommer ein paar Probleme mehr gab als sonst, musst du das nicht an Leo auslassen!“, fuhr ihm Alisa wütend dazwischen.
Hindrik atmete hörbar aus, als müsste er sich beruhigen.
„Du hast recht. Was bedeutet, dass sich Franz Leopold jetzt von uns verabschiedet und ich dich noch mal für diesen furchtbaren Sommer an meckere,“meinte Hindrik mit einem auffordernden Blick an Leo.
„Ja, ich gehorche ausnahmsweise mal und mache mich mal auf den Weg. Noch viel Glück mit deinem Schoßhündchen. Wir sehen uns ja Morgen schon wieder!“ Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging in Richtung Tür.
„Franz Leopold!“
„Ja?“, er drehte sich noch einmal um.
„Stell keinen Blödsinn an“
„Keine Sorge, und selbst wenn, dass fällt wohl kaum in dein Einsatzgebiet!“ erwiderte er schlicht.
Nun, auf dem Rückweg zu dem Frachtraum in dem die Dracas aus Wien untergebracht waren, stieg die Wut in Franz Leopold auf. Die letzten Worte die gefallen waren, hatten die beiden anderen Erben der Vamalia bestimmt gehört. Hindrik hatte ihn einfach vor den Jungen blamiert! Wie konnte dieser Unreine es wagen ihn, einen Dracas so zu behandeln! Und wie er sich aufgeregt hatte! Es musste einen schwer wiegenden Vorfall zwischen Alisa und dem Servienten gegeben haben. Ob sie ihm davon erzählen würde? Bestimmt!
Er stoppte, als ihm ein breiter Mann den Weg versperrte. Franz Leopold verdrehte die Augen.
„Wo wart ihr?“, fragte Matthias mit leicht erregter Stimme.
„Keine Sorge. Ich war nur bei deinem neuen Besten Freund. Außerdem hatte ich Hunger.Glaubst du wirklich ich würde mich 3 Tage ohne einen Tropfen Blut einsperren lassen. Aber du brauchst dich nicht aufzuregen, keiner Menschenseele ist etwas passiert!“
Eigentlich hatte er nichts gegen die Freundschaft zwischen Hindrik uns seinem Schatten, aber er war noch immer so wütend dass er sich nicht weiter darum kümmerte und sich an dem Mann vorbei, in Richtung Frachtraum drückte.
Mit einem Seufzen folgte Matthias seinem Herrn und verschloss ihn wieder sorgfältig in seiner Kiste.
*
Mit abschätzendem Blick betrachtete er die Vampire die sich unter ihm versammelten. Seine Armee war groß, sie war mächtig und sie würde ihn an sein Ziel führen. Ivy würde schon bald ihm gehören! Beim letzten Mal war ihm seine Braut, wegen ihrer kleinen Freunden entflohen, doch dieses Mal würde sie ihm gehören! Seine Kinder waren schwach geworden, sie würden bald aussterben, wenn er ihnen nicht half. Und mit Ivy würden die Vampire mächtiger werden als je zuvor! Durch das Druidenblut in ihrem Adern, würden ihren neuen Kinder völlig neue Mächte zur Verfügung stehen! Es gab keine bessere Stammmutter als sie! Oder?
Nein! Man konnte Ivy durch niemanden ersetzen!
Und doch konnte er immer noch seine Zweifel spüren, die ihn zu zerfressen drohten.
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Kritisch zupfte er an dem Tweedanzug, und versuchte das Hemd in irgend einer Weise besser sitzen zu lassen. Er blickte an sich herab und begutachtete mit hochgezogener Augenbraue seine Aufmachung, die er gar nicht mal so schlecht fand. Malcom seufzte schwermütig. Es fand es wirklich sehr unpraktisch, dass Vampire ihr Antlitz nicht wie die Menschen in einem Spiegel begutachten konnten. Er konnte wirklich nicht sagen wie er aussah und dass wo doch heute die Erben der anderen Clans kamen! Na dann, muss ich mir eben anders helfen, dachte er sich und lief aus dem barock eingerichteten Zimmer mit dem Himmelbett und dem Flügel um den Servienten Vincent zu suchen.
Malcom fand ihn in seiner Kammer, die er sich mit einem weiteren Unreinen teilte, mit einem seiner Gruselbücher aus seiner Sammlung die ganze drei Särge füllte!
Als er den Raum betrat, sah der kleine Vampir mit den kindlichen Zügen auf und sah Malcom fragend an.
„Vincent, da bist du ja! Du musst mir helfen! Wie sehe ich aus?“, fragte Malcom, dessen versucht ruhiger Ton misslang.
„Wie du aussiehst? Ziemlich gut, man könnte sagen adrett. Aber wieso? Seit wann ist dir dein Aussehen so wichtig?“
„Na ja, die anderen Erben kommen doch heute. Da will ich einen guten Eindruck machen. Sonst nichts.“
„Ach ja?“, fragte Vincent misstrauisch. Im Gegensatz zu Malcom, veränderte Vincent sich nicht, sondern blieb genauso, wie an dem Tag an dem er von einem Vampir der reinen Blutlinie verwandelt worden war. Doch seine Kräfte wuchsen mit jedem Jahr, weshalb Malcom sich nicht von seinem kindlichen Aussehen täuschen lies und den nötigen Respekt vor ihm hatte.
„Ach übrigens, es ist ein Brief für dich abgegeben worden, von einer gewissen Miss Latona“, erwähnte Vincent mit einem lauernden Unterton.
Malcom erschrak, doch lies sich nichts anmerken. Es würde ihm nur Probleme bereiten, wenn der Servient von seiner menschlichen Geliebten erfahren würde. Als so sprach er so unbekümmert weiter wie möglich: „Ist es etwa eine Balleinladung?“
„Ich weiß es nicht, mach ihn doch auf“
Das konnte er natürlich nicht machen! Malcom grübelte kurz, dann sagte er schlichtweg: „Ach das ist jetzt sehr ungünstig. Leg ihn mir doch auf meinen Schreibtisch, ich mache ihn später auf.“
mit diesen Worten drehte er sich um und lief in Richtung Entfangshalle, während er versuchte Vincents Blick in seinem Rücken zu ignorieren.
Die Sonne verschwand hinter dem Horizont und färbte den Ozean in dunkles Blau. Gerade wurden die letzten Kisten mit Ladung auf die kleine Barke mit den drei Masten verladen, dann schlossen die jungen Matrosen die Laderäume mit der Fracht, die dafür sorgte, dass sie ihre Familien ernähren konnten.Der Kapitän überwachte alles mit gekonnten Blick und zog sich dann in seine Kabine zurück, um sich noch ein wenig auszuruhen.
Die Ebbe setzte ein und langsam fuhr das kleine Schiff aus Hamburgs Hafen aufs offene Meer hinaus.
Franz Leopold quälte der Hunger. Sie waren nun schon drei Nächte unterwegs ohne Bewegung und ohne einen Tropfen Blut. Er erinnerte sich an Rom. Ja, dass waren die selben Qualen gewesen. Unruhig, wälzte er sich in seiner Transportkiste hin und her.
Nein, dachte er wütend. Das würde er keine weitere Minute aushalten!
Mit einem kräftigen Stoß, zog er den Deckel mitsamt den Nägeln aus dem Holz und legte ihn so leise wie möglich neben sich. Es war ihm egal was Matthias dazu sagen würde. Wenn er glaubte er lasse sich die ganze Reise über einsperren, dann war es seien Schuld!
Seine Augen glommen leicht rot, und mit einer katzenhaften Eleganz schlich er sich aus dem Frachtraum, im inneren des Schiffes, auf das Oberdeck.
Erleichtert sog er die Luft tief ein. Endlich konnte er sich wieder bewegen! Doch der Hunger war immer noch da. Zuerst dachte er an die Matrosen, die auf dem Schiff auch zu dieser Stunde arbeiten mussten, doch dann belehrte er sich eines besseren.Es war jungen Vampiren verboten Menschenblut zu trinken, da sie sich im Rausch des Blutes verlieren würden und sich damit selbst ins Verderben stürzen würden. Das hatte er selbst leider schmerzlich erfahren müssen.
Doch zum Glück wusste er sich zu helfen.
Suchend streckte er seinen Geist aus und fand sogleich einen Seevogel. Nicht viel, dachte er sich, doch es würde reichen. Franz Leopold streckte seinen Arm aus und lies das Tier darauf landen. Gierig versenkte er seine Zähne in der Haut des Vogels. Kurz bevor der letzte Herzschlag verklang löste Franz Leopold sich und warf das tote Wesen achtlos über die Reling.
Nun konnte er auch wieder einen klaren Gedanken fassen.
War es möglich?
Ein wohliges Schauern durchfuhr ihn als er daran dachte, die Vampirin auf diesem Schiff wiederzusehen.
Doch wo könnte sie sich aufhalten? Ob sie überhaupt die Möglichkeit hatte, ihre Kiste zu verlassen?
Dann würde er eben zu ihr kommen!
Franz Leopold wusste, dass die Dracas sich den Lagerraum mit niemand anderem geteilt hatten. Also mussten die Vamalia in einem anderen liegen. Doch wo war dieser?
Er spürte den Matrosen noch bevor er ihn roch. Ohne groß zu überlegen drang Franz Leopold in seine Gedanken ein, lies jedes Unwohlsein und das Gefühl von Angst in dem Mann erlöschen. Wie Einfältig er doch war! Na ja, das würde sein Anliegen jedoch vereinfachen.
So kurz wie möglich lies er sich den Weg zum zweiten Lagerraum des Schiffes erklären, lief los, und lies den verwirrten Mann ohne jegliche Erinnerung an den ungewöhnlichen Vorfall zurück.
Die Gänge durch die Franz Leopold ging, waren dunkel und staubig, doch Franz Leopold störte das nicht. Vampire, brauchten weder Licht noch Luft. Sie atmeten nur aus Gewohnheit.
Schnell hatte er die Tür die zum Lagerraum führte erreicht, doch er zögerte.
Was würde passieren, wenn die anderen Vamalia ihn bemerken würden?
Vor Tammo und Sören fürchtete er sich nicht. Alisas kleiner Bruder war war zu dieser Zeit einfach noch zu unaufmerksam und Sören träumte wahrscheinlich wieder von Chiara. Doch der unreine Hindrik, der die Vamalia begleitete, war nicht so leicht an der Nase herumzuführen. Doch da musste er wagen!
Vorsichtig öffnete er die Tür, und schlich sich langsam, darauf bedacht kein verräterisches Geräusch von sich zu geben, zu dem letzten Sarg am Ende des Raumes, bei dem er ihre Aura spüren konnte.
Mit angehaltenem Atem, legte er seine Hand auf das Holz und streckte seinen Geist nach ihr aus.
Kaum war er in ihre Gedankengänge eingedrungen, wurde auch schon wieder rüde herausgeworfen.
„Wie oft muss ich dir noch sagen, dass ich es nicht schätze wenn man in meinen Geist eindringt?“, schalte eine vorwurfsvolle Stimme in seinem Kopf.
Franz Leopold konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Sie hatte über den Sommer viel gelernt.
„Verzeihen sie mein Verhalten Teuerste, es stand nicht in meiner Absicht sie zu kränken. Ich bitte viel Mals um Verzeihung“, erwiderte er in dem spöttischen Tonfall, der allen Dracas zu eigen war.
Ein leise Lachen durchdrang das Holz ihrer Transportkiste und Franz Leopold lachte in gemäßigter Lautstärke mit.
Diese Mal lies sie es zu, dass sich ihre Geister miteinander verbanden.
„Was für ein Zufall, dass wir uns hier begegnen! War dein Sommer so langweilig, dass du so schnell zu mir gekommen bist? Ich kenne deine Familie zwar, aber dass es so schlimm war, kann ich mir kaum vorstellen!“sagte Alisa.
„Natürlich freue ich mich auch dich wieder zu sehen“, erwiderte Franz Leopold in besserwisserischem Ton und fügte ernst hinzu, „ aber eigentlich, hatte ich nur Hunger.
Er konnte gerade zu sehen wie sie die Augenbrauen zusammen zog. Sie wusste, dass er trotz des Verbots schon Menschenblut gekostet hatte. Letztes Jahr erst hatte sie erfahren müssen, dass er dem Verlangen wieder nachgegeben hatte, weil er eifersüchtig auf seinen Freund gewesen war. Das sie die Befürchtung hegte, er hätte sich wieder nicht beherrschen können, war selbstverständlich. Es stimmte, für ihn war das Verlangen viel schwerer zu unterdrücken als für die anderen Erben, die noch kein Menschenblut getrunken hatten, doch er hatte leider schon Erfahrung gesammelt. Also beruhigte er sie schnell: „Keine Sorge ich habe mich an einen Seevogel gehalten. Die Menschen auf diesem Schiff sind noch völlig unversehrt!“
„Gut!“
Es erklang ein Räuspern hinter Franz Leopold und er erstarrte.
„Entschuldige doch viel Mals, aber sie befinden sich im falschen Frachtraum, mein Herr“, sagte der deutsche Servient, der ihn mit hochgezogener Augenbraue betrachtete, mit einem Ton, der nicht auf seine Gemüt schließen lies.
Aus der Kiste erklang ein Stöhnen.
Langsam erhob sich Franz Leopold und ging vorsichtshalber einen Schritt von der Kiste weg, bevor Hindrik mit seiner Standpauke begann:
„Ich verstehe ja, dass ihr gute Freunde seid und dass ihr euch freut euch wieder zu sehen und dass ihr reden wollt, über all eure tollen Erlebnisse im Sommer, aber ihr seit zu eurer Sicherheit in den Kisten! Was glaubt ihr wenn die Menschen auf einmal mitbekommen, dass sie Vampire an Bord haben? Wie kann man in eurem Alter nur so unvernünftig sein? Ich meine ist es euch etwa egal ob ihr lebt oder für immer vernichtet seit? Grade dich, Franz Leopold habe ich für so vernünftig gehalten, dass du den Unterschied von Spaß und Ernst kennst! Wisst ihr eigentlich was ihr uns immer für Probleme.......
„Hindrik! Nur weil es diesen Sommer ein paar Probleme mehr gab als sonst, musst du das nicht an Leo auslassen!“, fuhr ihm Alisa wütend dazwischen.
Hindrik atmete hörbar aus, als müsste er sich beruhigen.
„Du hast recht. Was bedeutet, dass sich Franz Leopold jetzt von uns verabschiedet und ich dich noch mal für diesen furchtbaren Sommer an meckere,“meinte Hindrik mit einem auffordernden Blick an Leo.
„Ja, ich gehorche ausnahmsweise mal und mache mich mal auf den Weg. Noch viel Glück mit deinem Schoßhündchen. Wir sehen uns ja Morgen schon wieder!“ Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging in Richtung Tür.
„Franz Leopold!“
„Ja?“, er drehte sich noch einmal um.
„Stell keinen Blödsinn an“
„Keine Sorge, und selbst wenn, dass fällt wohl kaum in dein Einsatzgebiet!“ erwiderte er schlicht.
Nun, auf dem Rückweg zu dem Frachtraum in dem die Dracas aus Wien untergebracht waren, stieg die Wut in Franz Leopold auf. Die letzten Worte die gefallen waren, hatten die beiden anderen Erben der Vamalia bestimmt gehört. Hindrik hatte ihn einfach vor den Jungen blamiert! Wie konnte dieser Unreine es wagen ihn, einen Dracas so zu behandeln! Und wie er sich aufgeregt hatte! Es musste einen schwer wiegenden Vorfall zwischen Alisa und dem Servienten gegeben haben. Ob sie ihm davon erzählen würde? Bestimmt!
Er stoppte, als ihm ein breiter Mann den Weg versperrte. Franz Leopold verdrehte die Augen.
„Wo wart ihr?“, fragte Matthias mit leicht erregter Stimme.
„Keine Sorge. Ich war nur bei deinem neuen Besten Freund. Außerdem hatte ich Hunger.Glaubst du wirklich ich würde mich 3 Tage ohne einen Tropfen Blut einsperren lassen. Aber du brauchst dich nicht aufzuregen, keiner Menschenseele ist etwas passiert!“
Eigentlich hatte er nichts gegen die Freundschaft zwischen Hindrik uns seinem Schatten, aber er war noch immer so wütend dass er sich nicht weiter darum kümmerte und sich an dem Mann vorbei, in Richtung Frachtraum drückte.
Mit einem Seufzen folgte Matthias seinem Herrn und verschloss ihn wieder sorgfältig in seiner Kiste.
*
Mit abschätzendem Blick betrachtete er die Vampire die sich unter ihm versammelten. Seine Armee war groß, sie war mächtig und sie würde ihn an sein Ziel führen. Ivy würde schon bald ihm gehören! Beim letzten Mal war ihm seine Braut, wegen ihrer kleinen Freunden entflohen, doch dieses Mal würde sie ihm gehören! Seine Kinder waren schwach geworden, sie würden bald aussterben, wenn er ihnen nicht half. Und mit Ivy würden die Vampire mächtiger werden als je zuvor! Durch das Druidenblut in ihrem Adern, würden ihren neuen Kinder völlig neue Mächte zur Verfügung stehen! Es gab keine bessere Stammmutter als sie! Oder?
Nein! Man konnte Ivy durch niemanden ersetzen!
Und doch konnte er immer noch seine Zweifel spüren, die ihn zu zerfressen drohten.
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